Vereinsgeschichte

Mit der Gründung am 1.Sept.1954 begann eine lebhafte Vereinstätigkeit.
Ins Restaurant „Central“ wurde am 9. Februar 1955 zur ersten Mitgliederversammlung eingeladen.

Standort der Schiessanlage

Die Anlage sollte in der Dorfnähe errichtet werden, gut zugänglich sein und den Kurort Bad Ragaz vor unzumutbarem Schiesslärm bewahren. Ein der Ortsgemeinde gehörendes Grundstück, rechts am Weg Zeughaus Fluppe, zwischen Touring Motel-Hotel und Steinbruch würde nach Auffassung der Vereinsmitglieder all diese Vorzüge und Voraussetzungen erfüllen. Der Vorstand wurde beauftragt, unverzüglich mit der Ortsgemeinde kontakt aufzunehmen, um den vorgesehenen Standort sicherzustellen.

Bau der Schiessanlage

Zur Existenz eines Schützenvereins gehört zumindest eine sichere Schiessanlage, weshalb sich der Vorstand in erster Linie für eine solche Verwirklichung einsetzte. Es hört sich heute nostalgisch an.

Vom 300 m Schützenhaus bis zum Kugelfang (Scheibenstand) war eine ca. 1 1/2 m tiefe Kiesgrube, die zur Kiesentnahme diente. Not macht erfinderisch. Unsere ersten Schiessversuche: 50 m vor dem Kugelfang wurde bei jedem Schiessanlass eine transportable Ladebank aufgestellt und die Scheiben am Kugelfang eingerammt. Nach den jeweiligen Schüssen musste der Zeiger aus seiner Deckung hervor und meistens im Laufschritt die Wertungen vornehmen. Oftmals trotz Regen und Wind, ohne Dach über dem Kopf, geschah dies in Gottes freier Natur. Das sind herrliche Erinnerungen. Aber auch die Kiesgrube ist heute nicht mehr . Das Giessenparkseeli wurde wunschgemäss ausgebaggert, wobei das Material zur Füllung dieses Riesenlochs Verwendung fand.

Man war bestrebt, die vorgesehenen Baukosten möglichst strikte einzuhalten. Ganz unerwartet traf eine äusserst erfreuliche Mitteilung ein. Das Eisenbergwerk Gonzen AG schenkte dem Verein eine noch guterhaltene Baracke, die mit verhältnismässig wenig Kosten für das vorgesehene Schützenhaus umgebaut werden konnte. Der Umbau erfolgte für 6 Schiessmöglichkeiten, diesen entsprechend wurden 6 Zugscheiben, System Moser bestellt. Wie es sich gehört, war noch genügend Raum vorhanden und so wurden ein Zweischalterbüro eingebaut. Für einigermassen gemütlichen Aufenthalt, bei einem guten Tropfen Beaujolais war ebenfalls noch genügend Platz vorhanden.

Der Kostenvoranschlag nahm immer erfreulichere Formen an. Wie heute noch, auch damals waren die Maurerarbeiten der grösste Brocken. Abermals war das Glück auf unserer Seite. Das Baugeschäft F. Thut übernahm die Arbeiten zum Selbstkostenpreis.

Erster Schiessplan im Jahr 1955

Die Mitglieder waren bestrebt, sich intensiv an Wettschiessen beteiligen zu können, was zu folgendem Schiessprogramm führte:

a) Eröffnungsschiessen
b) Bundesprogramm
c) Eidg. Feldschiessen im Bezirk Sargans
d) Eidg. Einzelwettschiessen
e) Bezirks- und Kantonalmatch
f) Endschiessen im Rahmen des Vereins

Vereinstätigkeit und Kameradschaftspflege

Ein Verein ist nur dann auf die Dauer lebensfähig, wenn eine rege Aktivität stattfindet. Nicht nur die internen Anlässe gehören dazu. Von Anfang an wollte man sich mit Kameraden auswärtiger Vereine im fairen Wettkampf messen. Dieses Vorhaben wurde bis heute eingehalten. Gar viele Freundschaften sind dadurch entstanden, dies weit über die Kantonsgrenzen hinaus.

Verlegung und Neubau der Schiessanlage, mit Laufscheiben

Anbau an den bestehenden 300 Meter-stand, gegen den Rheindamm. Ein Augenschein mit dem damaligen Eidg. Schiessoffizier Herr Obertsl. Bäbler, Glarus verlief sehr positiv.

Die alte Schiessanlage, direkt am öffentlichen Fuss- und Fahrweg Zeughaus – Fluppe, war seit jeher bezüglich Sicherheit sehr umstritten. Man rechnete immer mit einer nachträglichen Auflage, die beinhalten würde, dass gegen die Strasse ein Erdwall oder Betonschutzwände errichtet werden müssten. Zudem bestand von der Gemeinde ein Strassen-Umfahrungsprojekt, Steinbruch – Schlossrank, dies in direkter Schussrichtung der Schiessanlage. Das Taminatal sollte damit erschlossen werden, was hinsichtlich Kurortruhe grosse Vorteile bringen würde. Anlässlich der Versammlung vom 29. Mai 1978 hatten die Mitglieder dem Bau der neuen Schiessanlage zugestimmt.

Abnahme der neuen Schiessanlage

Am 7. Oktober 1982 hat der Eidg. Schiessoffizier Hpmt H. Hohl den neuen Stand besichtigt, ihn als nachahmungswert bezeichnet und den Vereinsmitgliedern ein Kompliment ausgesprochen.

Offizielle Eröffnung des neuen Schiessstandes

Speziell für eine Schützengemeinschaft bedeutet die Erstellung einer neuen Anlage sehr viel. Dabei geht es immerhin um den Besitz von Immobilien.

Wenn wir zurückblicken, vom ersten Spatentisch bis zur Fertigstellung, die tatkräftige Mitwirkung jedes einzelnen Mitgliedes hat schliesslich zum Gelingen des Werkes sehr viel beitreten werden, können von den Vorgängern eine gefreute Sache übernehmen.
Es gehört sich, dass gerade ein dermassen gelungenes Werk mit einem Standweih-Schiessen besiegelt sein muss. Das geschah denn auch nach sorgfälltigen Vorbereitung im Jahr 1984.
Schiesstage: 18., 25. und 26. August. Der Schiessplan umfasste den Sektions- sowie ein Auszahlungsstich.
Mit einer Teilnahme von über 200 Schützen wurden unsere Erwartungen erfüllt.

Verkauf der alten Schiessanlage

Die neue Schiessanlage war bereits in Betrieb und immer noch war der Verwendungszweck, ja die Veräusserung der alten Anlage nicht in Sicht.

Anfänglich hatte man bezüglich Verkaufserlös zu hohe Vorstellungen. Hätte die Anlage dem ursprünglichen Zustand zugeführt werden müssen, dem Verein wären sehr grosse Kosten erwachsen. Nach dem Motto: „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“, verkauften wir den Schiessstand den Kleinkaliberschützen.

Der Verkauf ist vom Grundbuchamt am 24. April 1990 vorgenommen worden. Die Urkunde trägt die Unterschrift der beiden Vereins Präsidenten.

St Galler Jubiläums-Kantonal-Schützenfest 1983
150 Jahre Kantonal-Schützenverein

 8. – 11. und 15. – 18.Juli

Das Sarganserland wurde mit der Durchführung dieses Grossanlasses beehrt. Speziell wir Bad Ragazer Pistolenschützen freute uns sehr, die neue Schiessanlage gleichsam als Bewährung und Reklame präsentieren zu dürfen.
Der Stand war denn auch gut belegt und an Komplimenten zum guten Gelingen des Neubaus fehlte es nicht. Ein kräftiger Dank gehört auch all unseren Funktionären, die ihre Aufgabe während all den Schiesstagen in jeder Hinsicht vorzüglich gemeistert haben. Der Erfolg ist aus dem erarbeiteten Zahltag ersichtlich.

Kantonales Veteranen-Schiessen in Bad Ragaz

1. – 3. September 1989

Der Weltkurort ist seit jeher als beliebter Ausflugstagungs- und Austragungsort bekannt. Wie schon öfters sind die drei Ragazervereine mit der Durchführung von Grossanlässen beauftrag worden.
Das OK unter Präsident Walter Hässig haben einmal mehr den Beweis erbracht, dass versierte Kräfte vorhanden sind. Dank der vorzüglichen Zusammenarbeit ist der Erfolg nicht ausgeblieben.
Unser Kamerad Fritz Wittwer, der beide Distanzen 300m und 50m geschossen hat, ist Wanderpreisgewinner.

Fahnenweihschiessen

Fast nach Wunsch, auch die Feldschützen sind im Besitze einer neuen Vereinsfahne. Schon aus organistorischen Gründen ist es von grossem Vorteil, dass sich beide Vereine entschlossen haben, das Standarte- und Fahnenweih-Schiessen gemeinsam durchzuführen. Die Schiesspläne sind zum Versand bereit.
Die Schützen beider Distanzen können während den Schiesstagen 13. 20. und 21. März 1993 ihr gewünschtes Programm absolvieren.

Auszug aus der Chronik (1993) von Fritz Hösli